Babys einfach abhalten

🤔 Wie oft wickeln? So habe ich es gemacht.

Wie oft? - nach jedem AA 💩 in der Windel und nach 2-3 Stunden, wenn nur Pipi in der Windel ist. - Ich habe zusätzlich meinen Sohn bei jedem wickeln abgehalten, so ist bald das AA 💩 nur noch im Klo gelandet und nicht mehr in der Windel. Ein Traum 😍

So habe ich es gemacht und angefangen Windeln zu sparen.

Wie oft Windeln wechseln? Angefangen habe ich mit dem Abhalten als ich das
Buch "Artgerecht - das andere Baby-Buch" von Nicola Schmidt fertiggelesen hatte und die Windel von meinem Sohn eines morgens trocken war. Ich habe meinen Sohn im Badezimmer gewickelt. An diesem Tag lag mein Sohn wie immer vor mir auf dem Wickeltisch und bei der trockenen Windel habe ich mir gedacht: "Irgendwo muss das Pipi ja sein!". Ich habe ihn hochgenommen und bin mit ihm zur Toilette 🚽 gegangen. Mit acht Monaten konnte ich ihn schon in der typischen Hockstellung abhalten ohne den Kopf extra zu stützen. Es war faszinierend, mein Sohn wusste direkt was zu tun war. Er hat in die Toilette gepinkelt und mich nach dem Motto "Danke Mama, dass ich so wie du ohne Windel Pipi machen darf", angestrahlt. Von diesem Zeitpunkt an habe ich ihn weiterhin gewickelt und zusätzlich abgehalten.

Ich habe mich für das Abhalten nach Zeiten entscheiden oder wenn ich sah, dass er anfing zu drücken um AA 💩 zu machen. Wir sind ein richtig gutes Team geworden. Das große Geschäft hat er dann irgendwann nur noch zu den Zeiten gemacht, wenn ich mit ihm nach dem Wickeln auf der Toilette war. Zusammen mit einem größeren Baby aufs Klo zu gehen ist sehr einfach. Dabei habe ich mich ganz nach hinten auf die Klobrille gesetzt, so dass mein Sohn mit seinem Po vor mir zwischen meinen Beinen in der Toilette hing.

Die Häufigkeit vom Wickeln hat sich durch das Abhalten stark reduziert. Ich habe damals mit Wegwerfwindeln gewickelt, welche ja eine recht große Menge Flüssigkeit aufsaugen. Dadurch, dass die Blase meines Sohnes durch das Abhalten einmal leer war, mussten die Windeln anschließend nicht das gesamte Pipi auffangen.

Zusätzlich zu morgens, mittags und abends habe ich meinen Sohn auch abgehalten bevor wir aus dem Haus gegangen sind, somit brauchte ich unterwegs nicht so oft die Windel wechseln oder sogar gar nicht die Windel wechseln. Das große Geschäft, ging nach dem neunten Monat nur noch einmal in die Windel. Zu diesem Zeitpunkt war mein Sohn etwa anderthalb Jahre alt und wir haben den Nachmittag mit Freunden auf dem Spielplatz verbracht. Mein Sohn (ggf. Name) war gerade dabei einen Spielladen zu entdecken, als ich sah, dass er innehielt und anfing zu drücken. Ich habe ihn dabei nicht unterbrochen. Zum Wickeln hatte ich nichts mitgenommen. So haben wir uns wieder auf den Weg nach Hause gemacht und ich konnte meinem Sohn zu Hause die Windel wechseln. Es war sehr ungewohnt, da ich ja schon seit neun Monaten keinen mit AA verschmierten Po mehr sauber machen musste.

Es war eine große Erleichterung 😍 für mich, dass bei meinem Sohn das AA 💩 zuverlässig (bis auf einmal) ab dem neunten Monat in der Toilette landete. Das Popowischen ist dann mit einem etwas nassgemachten Papiertuch aus der Box schnell erledigt. Als mein Sohn größer wurde und keine Windel mehr getragen hat, habe ich fürs Popo wischen zusammen mit ihm den Popokopfstand erfunden. Er stützt sich mit den Händen am Boden ab und streckt sein Po in die Luft, da bekomme ich immer alles super sauber. Bei Oma und Opa klappt der Popokopfstand auch.

Kein AA mehr in der Windel. Wie ging es nun mit dem Pipi weiter?

Ich hatte mit meinem Sohn drei Jahre Elternzeit, somit verlief die Morgenroutine sehr entspannt für uns zwei. Unser wöchentlicher Spielkreis begann erst um 10 andere Termine habe ich mit dem Ziel eines regelmäßigen Wochenablaufs auch erst zum späten Vormittag eingeplant. Die Zeit am frühen Morgen haben wir dann für eine Schlüpferzeit genutzt, in der er ganz ohne Windel in der Wohnung unterwegs war. Angefangen haben wir damit im Sommer als es angenehm warm war und er ausschließlich eine Unterhose anhatte. Nach dem Aufstehen ging es wie gewohnt ins Badezimmer zum Wickeltisch, die Nachtwindel habe ich ausgezogen und ihn dann abgehalten, auf sein Töpfchen gesetzt oder auf das Klo mit dem Sitzverkleinerer.

Mein Sohn ist auf dem Sitzverkleinerer immer entspannt sitzen geblieben, meist mit einem Buch. So hatte ich keine Angst, dass er vom Klo fiel. Da gibt es bestimmt Kinder die hibbeliger sind und somit auf dem Töpfchen besser aufgehoben sind.

Anschließend hat er sich in seiner Unterhose frei in der Wohnung bewegt bis seine Unterhose nass war. Dann habe ich zu ihm gesagt: "Deine Unterhose ist nass, du hast Pipi gemacht. Wir ziehen dir was Neues an." Durch die nasse Unterhose hat er eine Rückmeldung bekommen und direkt gemerkt wie es sich anfüllt, wenn man Pipi macht. Durch das lange Vollzeitwickeln über den Zeitraum bis zum neunten Monat ging vermutlich das Gefühl für eine volle Blase bei meinem Sohn verloren. Desweitern reduzierte sich scheinbar auch die Reizleitung für das Gefühl einer vollen Blase.

Das tollste am Abhalten war für mich, dass das große Geschäft zuverlässig im Klo landete, er das das Töpfchen und Klo schon kannte und dort mit seinen Büchern auch scheinbar gerne Zeit verbrachte. Mit der Schlüpferzeit und der damit verbundenen Nässerückmeldung, wollte ich ihm das Gefühl fürs Pipi wiedergeben. Tagsüber habe ich ihm noch recht lange eine Windel angezogen, bis mir eine Freundin von Ihrer Tochter erzählte, die mit 22 Monaten keine Stoffwindeln mehr tragen wollte und somit tagsüber ohne Windel unterwegs war. Da mein Sohn X Monate älter als die Tochter meiner Freundin ist und er ab dem achten Monat abgehalten wurde, habe ich mich dazu entschieden, auch tagsüber bei ihm die Windel wegzulassen und immer Wechselkleidung mitzunehmen. Leider habe ich ihn dann doch recht oft mit zur Toilette genommen, damit die Hose nicht nass wurde. Da mein Sohn aber wenig trinkt, hat er nie gemerkt, wie es sich anfüllt eine volle Blase zuhaben.

Für nachts habe ich mir dann von der Freundin die Stoffwindeln ausgeliehen. Das hat super geklappt. Die Nachtwindel war zu dem Zeitpunkt schon öfters trocken. Als wir dann die erste nasse Stoffwindel morgens hatten, hat mein Sohn gleich als erstes nach dem Aufwachen gesagt: "Mama Hose nass"!

Für Tags über habe ich mich im Sommer dann einfach zurückgehalten, meinen Sohn immer ans Pipi machen zu erinnern. So ist die Hose öfters nassgeworden und er hat sein Gefühl fürs Pipi und die volle Blase wiederbekommen. Beim Spielen im Kinderzimmer haben wir einfach das Töpfchen daneben gestellt, dass der Weg, im Fall der Fälle, nicht so weit war. In Situationen in denen eine nasse Hose gar nicht gepasst hätte, wie beispielsweise im Zug, habe ich ihm eine Wegwerfwindel angezogen.

Weiterdenken, das ist typisch für mich als Ingenieurin. Als mein Sohn noch ein ganz kleines Baby war, habe ich mich immer gefragt, wie oft und wie lange ich ihn wickeln müsste und wie es dann zu gegebener Zeit mit dem Trockenwerden wohl funktionieren würde. Die Lösung habe ich in dem Buch "Artgerecht - das andere Baby-Buch" von Nicola Schmidt gefunden. In ihrem Buch geht es um die gesunde Entwicklung von Babys und den damit verbunden Themen wie: Schwangerschaft, Geburt, Ernährung, Schlafen, Tragen, Betreuung, Leben und sauber werden.
Familienbett, stillen und tragen war bei uns schon Alltag.

Sauber werden. Vom Abhalten und dem Thema windelfrei habe ich bereits in der Schwangerschaft ein bisschen was im Internet gelesen, aber wie das genau funktionieren sollte, konnte ich mir nicht vorstellen.

Das anfangs angesprochene Artgerecht-Buch habe ich gelesen, als mein Sohn acht Monate alt war. Die lebensbegleitenden Themen eines Babys sind darin sehr schön und ausführlich beschrieben. Nicola Schmidt gibt in ihrem Buch jeder Leserin/ jedem Leser mit, dass Kinder, wie auch Eltern ihren eigenen Weg finden dürfen und Windelfrei Spaß machen soll.

Das Buch fängt mit einem Zitat von dem Kinderarzt Remo Largo (https://www.remo-largo.ch/) an:
Einige Sekunden bevor der Säugling Urin oder Stuhl ausscheidet, stößt er einen kurzen, charakteristischen Schrei aus und macht mit Körper und Beinchen ruckartige Bewegungen. Durch dieses Signal vorgewarnt, hält die Mutter ihn so weit von ihrem Körper weg, dass sie von Urin und Stuhl nicht beschmutzt wird.